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Camera & Photo — Geschichte und Geschichten

Historisches

Das Fotoalbum

 

Etwa um das Jahr 1860 kamen die ersten "Photographiealben" auf den Markt. Sie waren recht aufwendig gestaltete Bücher zum Aufbewahren und Sammeln der Bilder. Die Einbände waren oft aus Samt oder Leder, mit Metallbeschlägen und Schließen. Die Blätter waren oft mit Goldschnitt, die Einschiebefächer mit Dekorrahmen versehen.

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Für wen waren sie gedacht, es gab doch noch keine Amateurfotografie? Wer ein Bild von sich und seinen Lieben haben wollte, ging zu einem "Photographen" oder er bestellte ihn zu sich nach Hause.

Die Bilder wurden auf eine Pappunterlage aufgezogen, auf deren Rückseite oft eine künstlerisch gestaltete Visitenkarte des Lichtbildners war. dann wurden sie, entsprechend der Größe in die Fächer im Album eingeschoben.

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Als dann am Anfang des 20.Jahrhunderts die Amateurfotografie Einzug hielt, änderte sich auch das Aussehen der Fotoalben, der Einband war aus Pappe, vielleicht noch mit Leder oder Stoff bespannt, die einzelnen Blätter aus dünnem Karton und dazwischen war ein Blatt sogenanntes "Spinnenpapier".

 

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Die Fotos, damals noch in Schwarz/Weiß, wurden mit Fotoecken eingeklebt und die Seite mit Erläuterungen versehen.

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Das Album erzählte jetzt oftmals eine Familiengeschichte.
Es bekam seinen Platz zwischen dem intimen Tagebuch und den offiziellen Memoiren.

Als dann in der Zeit des Wirtschaftswunders die Reiselust immer mehr zunahm, entstanden Erinnerungsalben, die zu jeder Urlaubsreise eine Geschichte erzählen konnten. Die Fotos wurden immer mehr farbig und es gab viele neue Variationen wie z.B. die Spiralbindung, das Leporello, einfache Einsteckalben oder auch solche mit selbstklebenden Seiten.

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In den 1970er und 1980er Jahren ging es ein wenig bergab mit den gestalteten Alben. Es wurde zwar mehr fotografiert als in der Zeit davor, aber die Bilder wanderten oft in Kartons oder Papiertüten, man nahm sich nicht mehr die Zeit zum Sortieren, Einkleben und Gestalten.

Erst mit der Digitalfotografie erlebt das Fotoalbum eine bemerkenswerte Renaissance, das Fotobuch.
Bilder werden am PC in eine Vorlage eingesetzt, beschriftet und die Seite wird gestalten.
Dann wird das Ganze in einem Labor ausgedruckt und gebunden.

Das ist dann vielleicht kein klassisches Fotoalbum, aber ein ebenso privater Bildband.

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Rainer Appelt hat ein neues Buch veröffentlicht zur Geschichte der Fotografie in Görlitz_

 

Fotografen, Kamerahersteller und die Meyer-Optik bis hin zu den Feinoptischen Werken Görlitz von 1843 bis 1991

 

Das Buch ist zum Preis von 29,95€ im Museum der Fotografie zu erwerben.